Der Belgische Schäferhund war vor 1891 der Arbeitshund der Bauern und Schäfer, äusserlich uneinheitlich in Farbe und Haarart, charakterlich und anatomisch aber geprägt von der Arbeit, die er zu leisten hatte.

Über den Beginn der Reinzucht berichtet Beckmann (1895): "Im Jahre 1891 bildete sich in Brüssel auf Anregung mehrerer Freunde der Schäferhunde ein Verein zur Reinzüchtung der dortigen Schäferhunden unter dem Titel "Club du Chien de berger belge", welcher seit seinem ersten Auftreten bis jetzt von der Société Royale Saint Hubert kräftig unterstützt worden ist und daher bereits sehr anerkennenswerte Erfolge erzielt hat. Die erste Tätigkeit des Vereins bestand darin, eine grosse Anzahl (117) von Schäferhunden der verschiedenen belgischen Provinzen unter Zustimmung des Ministers des Ackerbaues in der Veterinärschule zu Cureghem zu versammeln, um dort die Rassezeichen aufzustellen.

Unter den vorgeführten 117 Hunden waren die langhaarigen hauptsächlich schwarz, seltener braun oder wildfarbig, die rauhaarigen Hunde waren grau und die Kurzhaarigen waren braun oder beige mit dunkler Maske. Vierzig Hunde wurden als zur Weiterzucht tauglich ausgeschieden, darunter sieben schwarze mit Langhaar.

Es wurde empfohlen, nur noch Hunde der gleichen Haarart untereinander zu paaren, und zwar ungeachtet ihrer Farbe.

Nach der Gründung des Klubs (1895) erlaubte man nur noch die Farben schwarz für Langhaarige, rotbraun für die Kurzhaarigen und grau für die Rauhaarigen. Damit schied eine grosse Anzahl an sich guter Hunde von der Zucht aus, und deren Besitzer gründeten einen eigenen Klub.

Die Belgischen Schäferhunde werden in den folgenden Varietäten gezüchtet:

 

Groenendael

schwarz, langhaarig

 

Tervueren

rotbraun, langhaarig

 

Malinois

rotbraun, kurzhaarig

 

Laekenois

grau oder rotbraun, rauhaarig

Der Name der verschiedenen Varietäten stammt jeweils aus Orten in Belgien, wie der Name auch schon sagt, dem Ursprungsland der Hunde.

Der Belgische Schäfer ist ein eleganter Gebrauchshund mit einem starken Wach- und Schutztrieb.

Der Tervueren, leitet seinen Namen von der Stadt Tervueren ab, wo die Rasse erstmalig gezüchtet wurde. Aus dem einstigen Hirten- und Wachhund ist inzwischen eine vielseitig einsetzbare Hunderasse geworden. Durch ihren Gehorsam und ihre Intelligenz sind die kräftigen Tervueren-Hunde elegante Gebrauchshunde mit einem starken Wach- und Schutzbetrieb. Der Tervueren wird oft als Diensthunde bei der Polizei eingesetzt. Der Tervueren ist intelligent, temperamentvoll und bewegungsfreudig und braucht regelmässige Beschäftigung.

 
Rassenmerkmale
Schulterhöhe

Rüde 61 bis 66 cm / Hündin 56 bis 61 cm

Körperbau kompakt, wohl proportioniert
Gangart lebhaft, schwungvoll
Haarkleid lange, gerade Haare; dickes Fell, kürzer am Kopf, den Vorderseiten der Beine und der Aussenseite der Ohren
Färbung von Dunkelbraun bis Mahagoni mit schwarzem Rücken, Gesicht, Pfoten und Ohren
Kopf flacher, ausgewogener Schädel mit einer mässig spitzen Schnauze
Augen dunkelbraune, mandelförmige
Ohren aufrecht, dreieckig
Schwanz lang, hängend und behaart
Gesundheit durch seine relativ geringe Verbreitung sehr gesund; es gibt kaum Fälle der gefürchteten HD (Hüftgelenksdysplasie) und auch weitere Krankheiten sind nicht bekannt.

Alter

Die Lebenserwartung kann durchaus bis zu 16 Jahren betragen, es gibt/gab sogar teilweise noch ältere Hunde